PhilippKnoefel

Mobil arbeiten heißt für mich nicht, immer aufs Smartphone zu schauen.

#MYOFFICE


Für Philipp Knöfel, Director Customer Service Improvement bei Computacenter, ist mobiles Arbeiten mittlerweile Alltag. Ob im Homeoffice, in den verschiedenen Geschäftsstellen oder bei seinen Reisen mit Flugzeug und Bahn, immer hat er mindestens eines seiner mobilen Devices im Gepäck. Im Gespräch schildert er, wie sich sein Arbeitsalltag in den letzten Jahren verändert hat und was er sich wünscht, damit mobiles Arbeiten wirklich einfach und komfortabel wird.
 

HERR KNÖFEL, SIE SIND BERUFLICH SEHR VIEL UNTERWEGS. WELCHE AUFGABEN ERLEDIGEN SIE TYPISCHERWEISE WÄHREND IHRER GESCHÄFTSREISEN?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt auf die Situation an. Ein kurzes Warten auf den Bus oder Zug nutze ich gerne, um ein oder zwei E-Mails via Smartphone zu lesen oder zu versenden. Wenn ich länger am Flughafen sitze, lese ich Konzepte oder Präsentationen, meistens mit dem Tablet. Um Dokumente zu editieren oder selbst zu erstellen, nutze ich meinen Laptop. Das mache ich unterwegs aber eher selten, kreative Sachen mache ich am liebsten in Ruhe. Auf Konferenzen habe ich den Laptop mittlerweile nicht mehr mit, da nutze ich generell nur noch das Tablet. Damit ist es dank OneNote einfach möglich, Notizen zu machen und diese zu teilen, denn es lässt sich plattformunabhängig nutzen. Mit Cloud und SharePoint ist es ganz einfach geworden, überall auf benötigte Dokumente zuzugreifen.

DANN GEHÖRT MOBILES ARBEITEN FÜR SIE INZWISCHEN JA WIRKLICH ZUM ALLTAG. WAS WAR DENN DAS ERSTE GERÄT, MIT DEM SIE UNTERWEGS GEARBEITET HABEN, UND WELCHE VORTEILE HAT DIE DADURCH GEWACHSENE MOBILITÄT FÜR SIE?

Mein erstes mobiles Gerät war vor etwa sechs Jahren ein BlackBerry. Und das mobile Arbeiten hat mir von Beginn an schon immer ein gutes Gefühl gegeben. Dass ich meine E-Mails überall und zu jeder Zeit lesen kann, bedeutet

für mich eher mehr Flexibilität als mehr Stress. Das war auch schon mit dem BlackBerry so. Allerdings habe ich mir abgewöhnt, ständig auf mein mobiles Device zu schauen. Ich teile mir das selbst ein und habe bei der Konfiguration einiges geändert. Seitdem bekomme ich nur zu jenen Themen oder Anwendungen Push-Nachrichten, die für mich so relevant sind, dass sie sofortige Aufmerksamkeit erfordern. Einige WhatsApp-Gruppen habe ich beispielsweise einfach stumm geschaltet, die lese ich, wenn ich Lust und Zeit habe. Und E-Mails rufe ich nur dann ab, wenn es bei mir gerade passt.

WIE HAT SICH IHRE NUTZUNGSWEISE DER VERSCHIEDENEN GERÄTE SEIT IHREM ERSTEN BLACKBERRY VERÄNDERT?

Mittlerweile habe ich ein iPhone, das bietet im Berufsalltag viele sehr praktische Anwendungsfälle, beispielsweise habe ich seit Jahren keine Bordkarten oder Bahntickets mehr ausgedruckt, sondern nutze E-Ticket-Dienste. Das Smartphone ist für mich aus diesem und vielen weiteren Gründen in den letzten Jahren unverzichtbar geworden. Auch das Tablet hat in den letzten beiden Jahren einen Sprung gemacht. Ich habe jetzt ein Gerät, das nicht nur groß und flach, sondern auch sehr leistungsfähig ist, damit lässt sich prima arbeiten. Mein Laptop bleibt zwar ebenfalls weiterhin wichtig, allerdings ist er nicht mehr mein ständiger Begleiter, da sich bestimmte Aufgaben wie beschrieben auf Smartphone und Tablet verlagert haben.

SIE ARBEITEN ALSO IMMER MEHR MIT DEM TABLET ALS MIT DEM NOTEBOOK. WAS MÜSSTE SICH IHRER MEINUNG NACH ÄNDERN, DAMIT MOBILES ARBEITEN NOCH LEICHTER WIRD?

Dass ich für viele Dinge lieber ein Tablet als das Notebook nutze, hat einfach damit zu tun, dass es deutlich leichter ist, und das ist für mich auch ein entscheidendes Kriterium für mobile Endgeräte, sie müssen einfach leicht sein. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Verbindung eine ganz wichtige Rolle, sie muss immer und zuverlässig funktionieren. Kürzlich konnte ich das neue ICE-WLAN testen und war begeistert, das Verbindungsniveau war sehr gut. Was mir derzeit noch fehlt, ist eine einfach zugängliche und zuverlässig funktionierende technologische Basis für „always on“. Ich möchte überall ein WLAN nutzen und mich nicht ständig wieder irgendwo neu einloggen müssen. Viele Anbieter wie beispielsweise Hotels oder bis dato auch die Bahn haben noch nicht verstanden, dass WLAN einfach da sein muss. Sie wollen oft irgendwelche Datenpässe verkaufen: Highspeed für 15 Euro am Tag, Lowspeed gibt es kostenfrei. Das sind Zustände aus dem letzten Jahrhundert. Die breitbandige Verfügbarkeit von Internet muss überall gegeben sein und ist eine Grundvoraussetzung für mobiles Arbeiten.

Technologisch betrachtet gehe ich davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren WLAN noch der Standard bleiben wird. Mittelfristig gehört aber 5G sicherlich die Zukunft, damit sind wir dann irgendwann alle und überall im Netz.

UND WIE WIRD SICH DAS MOBILE ARBEITEN IN DEN NÄCHSTEN JAHREN ENTWICKELN?

Ich hoffe, dass mein mobiler Arbeitsalltag spürbar leichter wird. Aktuell nutzen wir zwar mobile Geräte, um beispielsweise eine Webkonferenz einzurichten oder einen Telepresence-Raum zu buchen, aber das Arbeiten an sich rund um ein solches Meeting ist nicht anders als noch vor fünf Jahren. Hier könnten viele Dinge mithilfe von Automatisierung und intelligenten Assistenten deutlich einfacher werden. Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass künstliche Intelligenz auch für ein besseres mobiles Arbeiten eine entscheidende Rolle spielen wird. Es wird dann hoffentlich möglich sein, ein Meeting mit fünf Leuten anhand ihrer freien Zeiten im Kalender automatisch zu koordinieren und entsprechend ihrem Aufenthaltsort auch einen Videoraum oder eine Websession inklusive Telefonkonferenz aufzumachen. Dann sollten alle für das Meeting relevanten Dokumente online abrufbar gemacht und auch die Notizen mit allen geteilt werden. Das ist zwar nicht wirklich visionär, wäre aber ein großer Schritt nach vorne.