AnjaGnaedig

Wir werden in fünf Jahren endlich die technologischen Möglichkeiten von heute nutzen.

#MYOFFICE


Anja Gnädig hat sich im Rahmen der #MyOffice-Kampagne sehr engagiert. Sie twittert regelmäßig von verschiedenen Arbeitsorten: aus dem Flugzeug, aus der Bahn und aus dem Homeoffice. In einem kurzen Gespräch hat sie uns erläutert, wie mobiles Arbeiten in ihrem Job im Partner-Management konkret aussieht und was sie für die Zukunft erwartet.
 

FRAU GNÄDIG, IN DEN MEDIEN IST DAS HOMEOFFICE AKTUELL SEHR PRÄSENT, MOBILES ARBEITEN HAT ABER NOCH DEUTLICH MEHR FACETTEN. WAS IST DENN IHR BELIEBTESTES „MYOFFICE“?

Das kann ich nicht auf einen Ort beschränken. Der Vorteil beim mobilen Arbeiten ist ja gerade, dass ich mir aussuche, wo ich arbeite und wie ich Zeiträume zwischen Terminen effektiv nutzen kann, beispielsweise im Flieger oder im Zug. Deshalb ist mein beliebtestes „MyOffice“ der Ort, der mir ein möglichst effektives Arbeiten unter Berücksichtigung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance erlaubt. Mittlerweile funktioniert das WLAN in der Bahn zwar meist ganz gut, es gibt jedoch immer wieder Aussetzer. Deshalb organisiere ich mich so, dass ich während längerer Zugfahrten Dinge erledige, für die ich keinen Internetzugang brauche. Ich formuliere beispielsweise E-Mails in Ruhe, erstelle PowerPoint-Präsentationen oder arbeite konzeptionell. Im Homeoffice arbeite ich gerne, wenn ich ungestört und konzentriert sein will, beispielsweise für wichtige Telekonferenzen oder aufmerksames Abarbeiten.

DAS SIND ALLES DINGE, DIE SIE WAHRSCHEINLICH MIT DEM LAPTOP ERLEDIGEN. WANN UND WO IST EHER DER EINSATZBEREICH FÜR WEITERE MOBILE GERÄTE?

Mein Laptop ist ein integriertes Tablet. Das nutze ich, wenn ich auf lokale Daten zugreifen muss.

Das Handy verwende ich für schnelle Reaktionen unterwegs und wenn ich kurz E-Mails checken möchte. Außerdem habe ich mit einigen Kollegen eine Whats- App-Gruppe, wo wir uns kurzfristig abstimmen.

NUTZEN SIE NEBEN WHATSAPP NOCH ANDERE KURZNACHRICHTENDIENSTE?

Da muss ich zwischen Privatem und Beruflichem trennen. Firmen achten stark auf Datenschutz und interne Richtlinien und sind daher nicht so flexibel. Beruflich nutze ich z. B. OneNote für Gesprächsnotizen, sowohl auf dem Laptop als auch auf dem Handy. Der Vorteil besteht darin, dass ich selbst beim spontanen Networking auf die Notizen eines letzten Gesprächs zugreifen und schnell agieren kann.

ES GIBT OFT SCHLÜSSELMOMENTE, IN DENEN EINEM DIE VORTEILE EINER TECHNOLOGIE SO RICHTIG BEWUSST WERDEN. ERINNERN SIE SICH AN SOLCHE ERLEBNISSE IN SACHEN MOBILITÄT?

Da gibt es wirklich viele, insbesondere im Bereich der Reiseorganisation. Der Check-in erfolgt via Handy, Züge kann ich auf dem Weg zum Bahnhof buchen und man braucht keine Telefonnummer der Taxizentrale mehr. Auch einen Tweet kann ich zwischendurch mal absetzen und die sozialen Medien pflegen. Man schafft viel mehr, wenn man via Handy mal schnell etwas erledigen kann.

GIBT ES – ABGESEHEN VON DER REISEORGANISATION – WEITERE ARBEITSAUFGABEN, DIE SIE MIT DEM HANDY ERLEDIGEN?

Ich bin im Partner-Management tätig und mache deshalb sehr viel Beziehungspflege zu unterschiedlichen Herstellern. Zudem versuche ich auch intern, den Partner innerhalb unserer Organisation zu promoten, daher ist Twittern und generell die Präsenz über Social- Media-Kanäle ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

WAS MÜSSTE SICH DENN ÄNDERN, DAMIT MOBILES ARBEITEN NOCH EINFACHER WIRD?

In Sachen WLAN-Ausbau ist in Deutschland noch viel zu tun. Ich hatte z. B. in einem Flugzeug über dem Atlantik eine stabilere Internetverbindung als im ICE nach Berlin. Das war schon erstaunlich. Für den Flug hatte ich mir ein Vier-Stunden-WLAN-Paket gekauft. Das war zwar teurer, hat mir aber ein paar Stunden mehr für die Vorbereitung einer Konferenz gebracht.

WENN SIE IN DIE ZUKUNFT BLICKEN: IN WELCHE RICHTUNG WIRD SICH DAS MOBILE ARBEITEN IHRER MEINUNG NACH VERÄNDERN?

Auch künftig wird jeder ein Smartphone und Laptop oder Tablet dabeihaben. Aber die Art und Weise, wie Dienste zur Verfügung gestellt werden, wird sich stark verändern. Es werden viel mehr Unternehmen interne App-Kataloge entwickeln, um die Produktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen.

Viele Services zur Verwaltung der Arbeitgeber- Arbeitnehmer-Beziehung könnte man über Apps einfacher gestalten, ich denke da an Urlaubsanträge vom Handy oder die Reisekostenabrechnung, in die man Belege als Smartphonebilder einfügen kann.

Toll fände ich es auch, wenn alle Dokumente, die derzeit noch auf meiner Festplatte gespeichert sind, endlich vollständig in der Cloud wären und ich unterwegs, ganz unabhängig von meinem Endgerät, Zugriff auf sämtliche Dateien hätte. Außerdem würde mir gefallen, wenn mehrere Personen gleichzeitig an Dokumenten arbeiten könnten, ohne die letzte Version im E-Mail-Postfach suchen zu müssen.

WIE STARK WERDEN IHRER MEINUNG NACH DIE VORHANDENEN TECHNISCHEN MÖGLICHKEITEN FÜR DAS MOBILE ARBEITEN DENN HEUTE AUSGESCHÖPFT?

Aktuell sind das vielleicht 40 Prozent. Ich glaube, dass wir im beruflichen Umfeld vielleicht in fünf Jahren endlich die technologischen Möglichkeiten von heute vollständig nutzen werden. Was in Zukunft sicherlich eine wichtige Rolle spielen wird, ist Big Data. Gesammelte Daten plus einer intelligenten Analytik bergen riesiges Potenzial, wenn man sie richtig einsetzt.